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Michelangelo – Lebenslauf und die größten Werke


Ein Referat von Jonathan Konrad

(Bilder und Fusszeilen wurden in der Onlineversion des Referats weggelassen, sind jedoch im Download vorhanden)

In diesem Referat werde ich über Michelangelo und seine Werke berichten. Sein vollständiger Name lautet Michelangniolo di Lodovico di Lionardo Buonarotti-Simoni. Ein paar seiner bildhauerischen Arbeiten werde ich auch genauer Erläutern.

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Michelangelo war im Kunstbereich ein „Alleskönner“, ein „L’uomo universale“, wie solche Menschen in der Zeit der Renaissance genannt wurden. Der L’uomo universale ist das Leitbild des Menschen in dieser Zeit. Auch sein großer Zeitgenosse, Leonardo da Vinci entsprach diesem Ideal. Die meisten kennen Michelangelo vor allem als Maler und Bildhauer, aber er war auch Architekt und Dichter.

Michelangelo Buonarroti wurde am 6. März 1475 in Caprese bei Arezzo geboren. Seine Eltern kamen ursprünglich aus Florenz, wohin sie auch wenige Zeit nach seiner Geburt wieder zurückkehrten und Michelangelo zu einer Amme gaben. Sie lebte auf dem Gut der Familie Settignano.
Michelangelo wuchs in einer Familie von Steinmetzen auf. In der Umgebung des Gutes gab es auch sehr viele Steinbrüche, was ihn somit als Kind schon für seine spätere Laufbahn prägte.

Mit 13 Jahren entwickelte sich schon sehr stark sein künstlerisches Interesse und sein künstlerischer Ergeiz. Er begann eine Lehre bei Domenico Ghirlandaio, einem der erfolgreichsten Freskomaler von Florenz. Die Kunst wurde für ihn

immer interessanter und faszinierte ihn weitaus mehr als die Lateinschule wo er sich eigentlich nur langweilte.

Nach einem Bericht von Giorgio Vasari, der selbst Maler, Bildhauer und Architekt war, reichte das Talent Michelangelos bei vielen seiner Arbeiten schon an seinen Meister heran.1489 ging er an Lorenzo de’ Medicis neue Bildhauerschule. Lorenzo de’ Medici gehörte dem politsch führenden Patriziageschlecht der Medici von Florenz an. Unter seiner Herrschaft wurde Florenz zum kulturellen Mittelpunkt Italiens, zum Zentrum der Renaissance. Dort studierte er bei Bertoldo (Bildhauer) die Sammlung antiker Skulpturen, unter denen sich einige klassische Meisterwerke befanden. Dort begann er auch seine eigene Technik zu entwickeln.

Michelangelo wurde sehr schnelle bekannt durch seine Zielstrebigkeit und sein großes Geschick. Eines Tages versetzte ihm sein Mitschüler Pietro Torrigiano einen kräftigen Schlag auf die Nase wodurch sein Nasenbein brach. Dieses Erlebnis scheint Michelangelo für sein ganzes Leben nicht nur körperlich sondern auch psychisch geprägt zu haben.

Lorenzo de’ Medici war so beeindruckt von seinen Arbeiten, dass Michelangelo ab 1490 in seinem Palast weiterarbeiten und leben durfte. Dort entstanden die Marmorreliefs „Madonna an der Treppe“ und „Kentaurenschlacht“. Nach zwei Jahren am 8. April 1492 starb Lorenzo. Lorenzos Nachfolger Piero de’ Medici hatte zwar nichts gegen den jungen Künstler, hatte aber auch kein Interesse an seiner Kunst. Also kehrte Michelangelo in sein Elternhaus zurück. Das einzige was Michelangelo je für Piero anfertige war ein Schneemann – eine kindische Laune nach einem heftigen Schneefall im Januar 1494. Dann begann Michelangelo ein Studium der menschlichen Anatomie. Dazu sezierte er Leichen in der Kirche des Klosters San Spirito, dies durfte er nur als Gegenleistung für ein angefertigtes Holzkruzifix für den Priester. Eigentlich war das sezieren von Leichen zu dieser Zeit kirchlich verboten, da der menschliche Körper als Ebenbild Gottes galt.

Im Oktober 1494 flüchtete Michangelo nach Venedig, da durch die diktatorische Herrschaft von Piero de’ Medicis die politische Lage immer verworrener wurde. Dies war die erste seiner zahlreichen Fluchten.

Kurz darauf verließ er Venedig jedoch wieder und ging nach Bologna. Dort erarbeitete er aus Marmor einen Leuchter tragenden Engel für das Grab des heiligen Domenicus. Ende des Jahres 1495 kehrte er kurze Zeit in seine Heimat

Florenz zurück und fertigte eine Statue von Johannes dem Täufer und einen schlafenden Kupido an. Der Kupido gelang ihm so gut, dass einer der Medici ihn als Antiquität ausgeben wollte und später wurde er in Rom wirklich als klassische Statue verkauft.

1496 war Michelangelo das erste Mal in Rom (auch wegen des berühmt gewordenen schlafenden Kupido). Hier entstand 1497 der Trunkene Bacchus, der Gott des Weines und 1498-1501 die Pietà. Beides im Stil der Hochrenaissance. Die Pietà war für den französischen Kardinal Jean Bilhéres de Lagraulas, welche heute in der Peterskirche steht. Zu diesem Zeitpunkt war Michelangelo 25 Jahre alt.
Die Pietà ist eine Bildhauerische Darstellung von Maria, die den toten Christus auf dem Schoß hält. Um Ihre Jungfräulichkeit besser auszudrücken stellte Michelangelo die Maria jünger als ihren Sohn dar. Maria betrachtet mit Schmerz erfüllt ihren toten Sohn bei dem Muskeln und Knochen sehr realistisch dargestellt wurden. Dies sieht man besonders gut da der Marmor sehr sorgfältig und fein poliert wurde.

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1501 kehrte Michelangelo, der mittlerweile als Italiens größter Bildhauer bekannt war, nach Florenz zurück. Dort begann er im August mit seinem bis dahin bedeutendsten öffentlichen Auftrag, der Monumentalfigur des David. Aus der Dombauhütte nahm er einen riesigen verhauenen Steinblock, an dem etwa vierzig Jahre zuvor ein anderer Bildhauer versucht hatte ein Standbild daraus zu schlagen, was jedoch nur im Anfangsstadium blieb. Jetzt sollte Michelangelo einen David meisseln, der die republikanischen Tugenden des Mutes und der Tapferkeit symbolisieren sollte.

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Der Block war sehr flach, hoch und hatte viele Mängel. Jedoch schaffte es Michelangelo trotzdem die Hindernisse zu überwindein und aus dem ca. 5,5 Meter hohen Block einen kräftigen, zornigen David zu erarbeiten mit unglaublich exakten anatomischen Details. Er wollte damit David kurz vor seinem Kampf gegen Goliath zeigen.
David war die erste nach-antike Kolossalfigur aus Marmor. Besonders auffällig daran ist der muskulöse Körper, die etwas übergroßen Hände und Füße und der nach rechts gedrehte Kopf aus dem die heraustretenden Adern am Hals gut zu sehen sind. David zeigt die Ideale der Renaissance: Würde, Tugend und Schönheit.

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Nachdem Michelangelo sein Werk fertiggestellt hatte entschied eine Kommission, der auch Leonardo da Vinci angehörte, David nicht wie geplant an der Außenfassade des Doms aufzustellen, sondern vor dem Eingang des Palazzo Vecchio .
1873 kam die Statue aus konservatorischen Gründen in die Galleria dell’Accademia. Dort steht sie noch heute.

1505 wurde er von Papst Julius II wieder nach Rom gerufen und dieser beauftragte ihn mit der Einrichtung eines Grabmals. Es sollte ein freistehendes Bauwerk mit ca. 40 Statuen und einigen Reliefs erbaut werden. Diese Dimensionen entsprachen Michelangelos Vorstellungen von Größe. Michelangelo verbrachte 8 Monate in Carrara um den Marmor auszuwählen. Dies dauerte Julius II jedoch zu lange und er verlor das Interesse. Außerdem hatte der Papst mittlerweile noch einen gewaltigeren Plan zum kompletten Umbau der Peterskirche in Rom entwickelt. Als Michelangelo nun aus Carrera zurückkehrte und Geld für den nötigen Marmor erbat, wurde er gar nicht erst durchgelassen. Also reiste er am18. April 1506 ab. Der Papst regte sich stark über die abreise auf und schickte Drohbriefe nach Florenz, außerdem gingen noch 3 päpstliche Briefe an die Signora in denen die Rückkehr, egal ob mit Güte oder Gewalt, gefordert wurde.

Michelangelo reiste nun nach Bologna, welches von Julius II gerade erobert worden war. Der Papst entschädigte den Künstler in dem er ihn eine riesige Bronzestatue bauen lies, die in Bologna aufgestellt werden sollte. Jedoch wurde das Monument päpstlicher Größe 1511, bei einer Rebellion der Stadt, zerstört.

Michelangelo hatte immer noch den Traum das Grabmal zu vollenden, aber Julius wollte das nicht. Er wollte das die Decke der Sixtinischen Kapelle in Rom neu ausgemalt wird. Jedoch war Michelangelo von dieser Idee nicht sehr erfreut, da er sich nicht als Maler fühlte. Jedoch begann sich Schimmel auf der Arbeit auszubreiten. Also akzeptierte er schweren Herzens den Vertrag.

Die Sixtinische Kapelle wurde 1473-1481 unter Papst Sixtus IV von Giovanni de’ Dolci als Hauskapelle im Vatikan gebaut. In der zweiten hälfte der 14. Jahrhunderts wurde die Kapelle von einigen bekannten Malern schon einmal ausgemalt.
Michelangelo begann am 10. Mai 1508, nachdem die Gerüste aufgestellt waren, mit den Deckenfresken, für deren Gestaltung er völlige Freiheit vom Papst zugesichert bekommen hatte. Die Arbeiten, für die er drei Assistenten auswählte, liefen aber zunächst nicht so, wie Michelangelo es sich vorgestellt hatte. Er entließ die Assistenten, zerstörte das bereits Gemalte und begann allein wieder von vorn.
Die gemalte Scheinarchitektur lässt neun abwechselnd große und kleine Bildfelder frei, in denen die Schöpfungsgeschichte von der Erschaffung des Lichtes bis zur Trunkenheit Noahs dargestellt ist. In den vier Eckzwickeln wird die Rettung des Volkes Israel erzählt. Die Lünetten über den Fenstern und die darüber liegenden dreieckigen Stichkappen zeigen die Vorfahren Christi. Auf den monumentalen Thronen in den Zwickeln der Wölbung sitzen abwechselnd acht jüdische Propheten und sechs heidnische Sibyllen.

1513 verlegte Michelangelo seine Werkstadt in eine Haus im Stadtteil Macello de’ Corvi welches er bis zu seinem Tode behielt. Die nachfolgenden Päpste gaben ihm neue Aufträge, jedoch musste er trotzdem noch das Julius-Grabmal fertig stellen.

Ungefähr 1527 wurden die Medicis aus Florenz vertrieben und die neue republikanische Regierung gab Michelangelo die Aufsicht über den Ausbau der Verteidigungsanlagen. Er fürchtete jedoch Verrat und flüchtete somit kurz darauf nach Venedig.

Kurz darauf kamen die Medici in Florenz und im Vatikan wieder an die Macht. Michelangelo arbeitete noch einmal für sie und verließ dann endgültig Florenz und ging nach Rom.

Der Papst Clemens schmiedet Pläne für die weitere Ausmalung der Kapelle. Nun sollten die Altarwände erneuert werden.

Zwischen 1536 und 1541enstand „Das jüngste Gericht“. Es zeigt die erschreckende Vision, die die seelischen Qualen des Künstlers zum Ausdruck bringt.

Michelangelo zeigte mehr als die anderen Künstler seiner Zeit eine ausgeprägte Vorliebe für die Darstellung nackter Körper. Vor allem faszinierten ihn männliche Körper, was man gut an seinem David feststellen kann. 1530 schien er sich sogar in einen jungen Adligen namens Tommaso Cavalerie verliebt zu haben, welchem er einige Liebesgedichte widmete. Diese Freundschaft blieb jedoch bis zu seinem Tode rein geistig.

Der begnadete Künstler war von Natur aus ein Einsiedler, melancholisch, und zurückhaltend, aber auch unberechenbar und aufbrausend. Er führte ein massvolles Leben, allerdings in einem unbeschreiblichen häuslichen Chaos, das kein Bediensteter lange ertragen konnte. Er zog es vor, allein zu sein und über den Tod zu meditieren. 1544 und 1546 erkrankte er zweimal so schwer, dass er dem Tode sehr nahe war.

Papst Paul III ernannte Michelangelo am 2. Januar 1547 zum leitenden Architekten der Peterskirche, und für den Rest seines Lebens setzte er diese Arbeit auch unter den vier nachfolgenden Päpsten fort.

Michelangelo starb am 18. Februar 1564. Sein Leichnam wurde nach Florenz überführt und in der Kirche Santa Croce beigesetzt. Der feierliche Gedächtnisgottesdienst fand am 14. Juli 1564 in San Lorenzo statt. 80 Künstler und die vornehmste Gesellschaft von Florenz waren anwesend, um Abschied von diesem einzigartigen Künstler zu nehmen.

Quellen:
Vor allem das Internet und einige Bücher

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Autor: J. Konrad
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